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Am Samstag den 3.4.2010 gegen 20.45 Uhr wurde die Bergrettung Prägraten von der Alpinpolzei verständigt, dass 4 deutsche Schneeschuhgeher noch nicht vom Gipfel des Grossvenediger auf die Kürsingerhütte zurückgekehrt seien. Die Alpinpolizei vermutete, dass sich die Schneeschuhgeher verirrt, und in Richtung Pragerhütte abgefahren, und die Nacht im dortigen Winterraum verbracht haben könnten.

Am 4.4.2010 stieg die Bergrettung Neukirchen von Salzburgerseite zur Venedigerscharte auf, und fuhr von dort aus zur Neuen Pragerhütte ab.  Die Bergrettung Matrei drang von Innergschlöss ins vermeintliche Einsatzgebiet vor. Dort angekommen mußten jedoch beide Suchteams bitter zur Kenntnis nehmen, daß die 4 Schneeschuhgeher die Nacht nicht im Winteraum verbracht hatten.

Die Bergrettung Prägraten wurde in der Folge von der Alpinpolzei gebeten, mit ein paar Männern in der Zentrale Bereitschaft herzustellen. Da keine Funk- bzw. Telefonverbindung zum Defreggerhaus bestand, wurde entschieden, daß sich ein Suchtrupp der Prägratner Bergrettung Richtung Defreggerhaus auf den Weg machen sollte. Die Sichtverhältnisse waren beim Aufstieg sehr schlecht, Schneefall und Schneetreiben erschwerten die Orientierung. Schließlich gelangte man gegen 15 Uhr auf das Defreggerhaus mit dem Ergebnis, dass sich auch dort niemand aufhielt.

Eine akute Wetterwarnung von der Bergrettungszentrale in Matrei i.O. hatte zum Inhalt, daß  zwischen 16 und 18 Uhr eine massive Schlechtwetterfront mit 30 cm Neuschnee , verbunden mit starken Höhenwinden - im Anzug sei. Dies führte mitunter zur Entscheidung ,den Sucheinsatz sowohl auf der  Neuen Pragerhütte als auch auf dem Defreggerhaus abzubrechen, und ins Tal zurückzukehren.

Am Montag, den 5. April wurde im Matreier Tauernhaus ein Krisenstab der Bergrettung eingerichtet. Durch den andauernden starken Schneesturm aus nördlicher Richtung war es nicht möglich, Suchmannshaften vor Ort zu bringen. Ein Sichtungsflug gegen Abend mußte ebenfalls erfolglos abgebrochen werden.

Die Einsatzleitung setzte nun alle Hoffnung auf Dienstag, den 6.4.2010, da stabiles Schönwetter prognostiziert wurde. Von den Bergrettungen Matrei i.O., Neukirchen, Prägraten, Virgen, Kals wurden entsprechene Suchmannschaften gebildet.

In der Früh überflog die Libelle Kärnten (Flir) den Grossvenediger und konnte schließlich in einer Höhe von ca. 3.400 m die Schneehöhle und die 4 vermißten Schneeschuhgeher entdecken, die sich mittels der Blitzgeräte ihrer Digi Cameras und mit Lawinenschaufeln bemerkbar machten.

Die 4 vermißten Schneeschuhgeher wurden in der Folge von der Libelle Kärnten und vom NAH C7 ins Matreier Tauernhaus geflogen, wo ärztliche Hilfe auf sie wartete. Alle 4 Bergsteiger sind mittlerweile wieder wohlauf, und haben sich nur geringfügige Erfrierungen zugezogen. Abschliessend wird festgestellt, dass die Bergrettung Prägraten bei dieser Suchaktion zu keinem Zeitpunkt den Status der einsatzführenden Ortsstelle innehatte, sondern in Assistenz daran mitgewirkt hat.

Wir bedanken uns bei den Nachbarortsstellen, beim Bezirksleiter, bei der Alpinpolizei und sonstigen Helfern, insbesondere für die seriöse und vorbildliche Arbeit im Krisenstab in Matreier Tauernhaus.

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Die Suchmannschaft auf dem Defreggerhaus. (im Bild v. li Kratzer Siegfried, Berger Matthias, Steiner Konrad, Bstieler Alois und Bstieler Markus - Steiner Friedl)

Kleine Zeitung

Dank Deutscher Botschafter