Steinsucher aus Felsspalte gerettet - 06.09.2011

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Am 6. September 2011 wurde die Bergrettung Prägraten zu einem nicht alltäglichen Einsatz gerufen.

Die Einsatz-Info der Leitstelle Tirol lautete: „Spaltenbergung Gastacherwände".

Es lag die Vermutung nahe,  dass ein Bergsteiger am Gletscherrand des Zettalunitzkeeses in eine Spalte gestürzt, und sich über ihm eine große Felsplatte verkeilt hatte. Wie sich später herausstellen sollte, eine sehr unklare Unfallmeldung.

Die Suche nach dem Verunfallten gestaltete sich langwierig, bis sich endlich in einer Seehöhe von ca. 2.500 m in einem Geröllfeld eine Person (Steinsucher) bemerkbar machte. Nun war klar, dass es sich um eine Felsspalte am Fuße der Gastacherwände handelte.

In der Folge wurden vom NAH Martin 4 sowie der Libelle Tirol sofort Männer der Bergrettung Prägraten, sowie Alpinpolizisten in die Nähe des Einsatzortes geflogen. Dort angelangt mußte Einsatzleiter Bstieler Markus feststellen, dass tatsächlich ein Steinsucher in der Felsspalte eingeklemmt war.

Ein ca. 400 kg schwerer Stein war seitlich ausgebrochen, und hatte sich 10 cm oberhalb seines Brustkorbes verkeilt, sodaß ein Entkommen ins Freie unmöglich geworden war. Wie ein Wunder blieb der Steinsucher durch diese Naturhandlung unverletzt. Sein Kamerad hatte bereits einen kleinen Teil vom Stein abspalten können, sodaß nunmehr die beiden Steine aufeinander lagen.

Aus der Felsspalte führte Gott sei Dank ein kleiner offener Riß senkrecht nach oben. Basis für die Bergung war eine entsprechende Ausgleichsverankerung. Über diese wurde das Statikseil in die Felsspalte direkt zum Hindernis abgelassen.

Berger Gerhard, gelernter Steinmetz kroch ca. 2,5 Meter in das Felsloch hinein, und begann dort mit Schlauchbändern den ersten Stein anzuhängen. Mittels eines Mannschaftsflaschenzuges (ProTraxion), konnte vorerst der abgespaltene Stein angehoben, und dann ins Freie gebracht werden.

Die viel schwierige Aufgabe war das Sichern und Anheben des großen Steines. Ein kleiner Fehler, und der Stein würde den Mann zerquetschen. In der Folge wurde die Ausgleichsverankerung nochmals entsprechend verstärkt. Berger Gerhard umwand den Stein mit Schlauchbändern, und legte die Schlaufenenden in den Stahlkarabiner.

Der Stein sollte nunmehr soweit angehoben werden, dass der Steinsucher darunter herauskriechen konnte. Es gelang in der Folge mit größter Vorsicht, den Stein ca. 10 cm anzuheben. Zu wenig, um den Eingeklemmten herauszubekommen.

Nunmehr wurde eine 2. Möglichkeit ins Auge gefasst, nämlich das Erdreich auf dem Grund mit einem kleinen Pickel soweit abzutragen, damit ein entsprechendes Schlupfloch geschaffen werden konnte. Es gelang Berger Gerhard ca. 20 cm Freiraum zu schaffen, und damit den Weg ins Freie zu bahnen.

Blitzschnell und gelenkig wie eine Schlange gelang es dem Mann sich aus seinem kristallinen Gefängnis zu befreien. Die Retter und sein Kamerad konnten endlich aufatmen, die Rettung war geglückt.